Home
Kloster
Gebetsanliegen
Gottesdienstzeiten
Aus dem Leben
 725 Jahre
 Neue Frau Mutter
Kontakt
 

725 Jahre Franziskanerinnen Muotathal

Es ist ein grosses Geschenk seit 725 Jahren hier in Muotathal als Franziskanerinnen leben und wirken zu dürfen! Dieses Geschenk haben wir vor allem auch unseren Mitbrüdern, den Franziskaner – Konventualen zu verdanken, die uns seit 725 Jahren liebevoll begleiten und zur Seite stehen! Dafür sind wir unseren Mitbrüdern sehr dankbar – auch in die Zukunft hinein!
Eine so lange Geschichte bleibt unvergessen, prägt auch ein Kloster und dessen Leben.

Angefangen hat hier im Thal das klösterliche Leben mit Beginen und Begarden ungefähr 1234 / 1235. Sie wohnten im sogenannten alten Kloster am wilden Bach der Muota.

1280 waren es dann nur noch Frauen und der Pfarrer vom Thal bat die Schwestern, sich einem Orden anzuschliessen. Da es in den umliegenden Dörfern bereits Dominikanerinnen und Zisterzienserinnen gab und die Bewohner des Thales mit den Benediktinern aus Einsiedeln wegen den Alpen, die ihnen gehörten, im Streit waren, kam es für die acht Frauen nicht in Frage, sich einem dieser Orden anzuschliessen. So gab es (glücklicherweise!!!) nur noch die Möglichkeit, die Franziskaner in Luzern zu fragen, ob sie sich ihnen anschliessen könnten. Am 24. Juni 1288 wurde die offizielle Gründungsurkunde (es ist die älteste deutsche Urkunde) erstellt, in der das Siegel der Schwestern, der Franziskaner und des Pfarrers vom Thal die Gründung der Franziskanerinnen bestätigte. Die ersten acht Schwestern, deren Oberin Mutter Richenza war, legten an diesem Tag ihre Gelübde in die Hände des Kustos Bruder Konrad ab.

Von Anfang an waren die Schwestern kontemplativ ausgerichtet, das heisst, dass sie dem Gebet den ersten Platz einräumten und verschiedene Haus – und Gartenarbeiten verrichteten.

Die Franziskaner kamen regelmässig zu den Schwestern zur Visitation und unterrichteten sie in der franziskanischen Ordensregel und in der franziskanischen Lebensweise. Auch stellten sie den Schwestern den Spiritual.

In den Pestjahren (1386 und 1487) und durch die Reformationswirren starb das Kloster zwei Mal kurz aus.

Da es von der Muota immer wieder Überschwemmungen gab, ersuchten die Schwestern ab 1632 die Obrigkeit um Bewilligung der Verlegung des Klosters.

1684 begannen sie mit dem Bau des neuen und heutigen Klosters, das sie 1687 beziehen konnten. Die neue Klosterkirche wurde dem heiligen Josef geweiht und das Kloster trägt seit jenem Zeitpunkt den Namen St. Josef.

Die Französische Revolution ging auch im Thal und im Kloster nicht einfach so vorüber. Infolge der Einquartierung von Franzosen, Österreicher und Russen war das Kloster arm geworden. Als Gast hielt sich auch General Suworow (er wird von der russisch orthodoxen Kirche für seine grossen Verdienste demnächst heiliggesprochen) im Kloster auf. Die damalige Frau Mutter, Walburga Mohr, schien der schwierigen Situation gut Meisterin zu sein, was ihr auch General Suworow bestätigte.

Dadurch, dass das Thal so verarmt war, fragte die Gemeinde die Schwestern, ob sie nicht den Mädchen Unterricht erteilen könnten. Auch das Kloster war sehr verarmt und es waren die Mitbrüder (Franziskaner), die sich auf den Weg machten, um für die Schwestern Lebensmittel und Geld zu erbetteln.
All die Wirren der verschiedenen Epochen liessen und lassen die Schwestern vom Kloster St. Josef nicht entmutigen.

Wir leben – und das überzeugt! Wie zu Gründungszeiten steht auch heute das Gebet in Zentrum unseres Lebens. Sieben Mal am Tag versammeln wir uns im Chor zum Gebet. Unsere Tätigkeiten, die aus dem Gebet fliessen, beschränken sich auf Haus, Garten und Gästehaus.

Wenn wir unsere Geschichte genauer unter die Lupe nehmen, gab es immer Hochs und Tiefs. Auch wenn wir zur Zeit nur sechs Schwestern sind, versuchen wir überzeugt und mit Freude in die Zukunft zu gehen, denn Ordensleben hat einen tiefen Sinn und auch eine Zukunft!

Am 15. Juni 2013 feierten wir unser 725 jähriges Jubiläum als Franziskanerinnen. Wie vor 725 Jahren die Gründungsschwestern ihre Gelübde ablegten, so erneuerten auch wir mit Freude und Überzeugung unser JA zur franziskanischen Lebensform. Wir gehen mutig in die Zukunft!